WITTELSHOFEN (hjp) – Erneut stand das weitere Vorgehen zur Kläranlage im Ortsteil Illenschwang auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung Wittelshofen. Dazu wurden ausgearbeitete Vorschläge vom Ingenieurbüro Heller vorgetragen.
Die Einleitungserlaubnis des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) läuft zum 31. Dezember 2019 ab. Um eine Verlängerung für die nächsten zwanzig Jahre zu erhalten, bedarf es umfassender Veränderungen, da sie den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Dazu bedarf es entweder einer Ertüchtigung der Anlage oder einer Überleitung auf eine andere Kläranlage. Dazu wurden vom Ingenieurbüro verschiedene Varianten ausgearbeitet.
Bei einer Ertüchtigung wäre die Vergrößerung der Teichfreifläche eine Möglichkeit, die jedoch maximal nur für die kommenden zwanzig Jahre ausreiche und danach wiederum neue Maßnahmen erfordere. Die Kosten wurden auf 253 000 Euro veranschlagt. Infrage käme auch die Zwischenschaltung eines Scheibentauchkörpers zum Preis von 352 000 Euro. Dritte Möglichkeit ist der Umbau zur Belebungsanlage mit Belüftungsbecken, das mit 398 500 Euro zu Buche schlagen würde. Während es bei der ersten Variante keine Fördermittel gibt, betragen sie bei den beiden anderen Varianten jeweils 81 250 Euro.
Bei der Überleitung zur Kläranlage nach Gerolfingen mit dem Neubau eines Pumpwerks stellen sich die Kosten auf 465 000 Euro, die jedoch mit 315 000 Euro gefördert werden. Bei einer Kostenvergleichsrechnung dieser vier Modelle über zwanzig Jahre und der Ermittlung des Projektkostenbarwertes stellte sich die letztgenannte Lösung mit 541 354 Euro für diesen Zeitraum als günstigste Lösung heraus. Die drei Varianten zur Ertüchtigung liegen zwischen fünf und gut neunzig Prozent höher, ergab das Gutachten. Ins Gespräch kam auch die Möglichkeit einer Überleitung nach Wilburgstetten, wo eine neue Kläranlage entstehen soll. Hier bedarf es jedoch noch einer Kostenermittlung, wobei ein Anschluss nach Gerolfingen von Bürgermeister Werner Leibrich und dem Gemeinderat favorisiert wurde. Auch werde die Zeit knapp, denn die entsprechenden Maßnahmen müssten im nächsten Jahr angegangen werden, hieß es. Ein Vorschlag von Gemeinderat Friedrich Oechslein, zur Leistungsverbesserung ein fehlendes Stück Druckleitung zur durchgehenden Verbindung von Wittelshofen nach Gerolfingen einzubauen, fand allgemeine Zustimmung, auch wenn hierfür keine Förderung anfällt. Die zahlreichen Fragen zeigten, wie intensiv sich das Gremium mit diesem komplexen Thema befasst. Der Beschluss sieht vor, die Variante mit dem Anschluss nach Wilburgstetten zu prüfen und die Mehrkosten für das Teilstück der Druckleitung zu berechnen, um zu einer Entscheidung zu kommen.
Zugestimmt wurde einem Bauantrag für ein Wohnhaus unter Befreiung einiger Festsetzungen des Bebauungsplans. Einig war man sich auch, für die Gemeinde Wittelshofen einen neuen Ortsplan zu entwerfen, der aussagekräftiger als der bisherige sei. Der Rathauschef werde dazu die Möglichkeiten ausloten, war von ihm zu hören. Norbert Lenz stellte die Situation der ländlichen Hausarztversorgung zur Diskussion, die derzeit überall im Gespräch sei. Die Gemeinde Wittelshofen komme dabei noch gut weg, und im Gremium wurde Unterstützung zugesagt, um diesen Zustand zu bewahren. Zweiter Bürgermeister Günther Harich war bisher für die Betreuung der Wälder in Illenschwang zuständig. Diese Aufgabe legte er jetzt nieder, nachdem er seine Verärgerung über eine nicht optimal und missverständlich gelaufene Aktion zum Ausdruck brachte. Zukünftig wird diese Aufgabe von Gemeindearbeitern übernommen, kündigte Leibrich an. Von ihm kam auch die Aussage zum Stand der Breitbandversorgung. In der Gemeinde gehen derzeit die Arbeiten voran. Sie sollen in den unterversorgten Ortsteilen Illenschwang und Obermichelbach fortgesetzt werden, sofern in den nächsten Monaten vom bisherigen Betreiber keine rechtlichen Einsprüche vorgebracht werden. Kein Einwand bestand zum Bebauungsplan „Gewerbegebiet Süd“ der Gemeinde Wilburgstetten, da er die Belange von Wittelshofen nicht beeinflusse.

 

(Jochen Prüfer)