WITTELSHOFEN (wo) – Die Präsentation eines neuen Ortsplanes und die Beratungen zu einem möglichen Dorfgemeinschaftshaus und zur Hausordnung für den Jugendraum ergaben eine umfassende Aussprache in der Gemeinderatssitzung. Zu Beginn der Sitzung wurde Johannes Schachner als neuer Siebener des Feldgeschworenengremiums Grüb verteidigt. Bürgermeister Werner Leibrich wies wie bei der Abnahme des Eides daraufhin, dass die Pflicht zur Verschwiegenheit und Neutralität das Feldgeschworenenamt prägen. Robert Pelczer von der gleichnamigen Werbeagentur präsentierte einen Entwurf zum neuen Faltblatt für die Gemeinde. Gegenüber dem bisherigen Prospekt mit viel Text, sollen in der neuen Auflage die Bilder sprechen. Dabei sollen beispielsweise die Kirchen aller Ortsteile, Streuobstwiesen, die Landschaft, Tradition, Sehenswürdigkeiten, Einrichtungen der Gemeinde und der Hesselberg abgebildet werden. In den Redebeiträgen wurde angeführt, den Hauptort Wittelshofen und die Ortsteile im zentralen Feld des Faltblatts deutlich darzustellen. Der Hesselberg sei im Verhältnis zur Größe der Ortspläne abzubilden. Auf die Ausweisung eines separaten Gebäudebestands könne verzichtet werden. Es gelte den Verlauf des Limes und den entsprechenden QR-Code ins Druckwerk aufzunehmen. Der versierte Fachmann erhielt den Auftrag einen weiteren Einwurf zu erstellen. Die im Besitz der Gemeinde befindliche Scheune zu einem Dorfgemeinschaftshaus mit Unterstellhalle und Veranstaltungsräumen umzubauen wurde von einem befragten Baufachmann als nicht optimal dargestellt. Die Umnutzung zu einem Lagerraum mit Unterstellmöglichkeiten für vereinseigene und gemeindliche Gerätschaften sei aber möglich. Aktuell gebe es laut Rücksprache mit dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) beim Neubau oder der Umnutzung von Gebäuden zu einem Dorfgemeinschaftshaus eine Bezuschussung von 80 Prozent. Ein eventueller Grund- beziehungsweise Immobilienerwerb werde aber nicht gefördert. Seitens der Ortsvereine habe man Interesse für die Schaffung solcher Einrichtungen bekundet, so die Erklärungen des Bürgermeisters. Das Ratsgremium einigte sich, die Bemühungen um ein Dorfgemeinschaftshaus fortzusetzen. Dabei sollte den zurzeit ungenutzten Gebäude und deren Standorte – ob in der Ortsmitte oder an den Ortsrändern – eine entsprechende Bedeutung beimessen. Erste Schritte seien, die Vereine einzubinden und die Umnutzung der betreffenden Scheune voranzubringen. Für die neurenovierten Jugendräume im Kellergeschoss des Rathauses wurde die Hausordnung modifiziert. Gegenüber der alten Regelung werde es keine festen Öffnungszeiten geben und bei bestimmten Veranstaltungen muss eine Kaution hinterlegt werden. Zu allen anderen Festsetzungen wie Reinigung, Instandhaltung, Rauchverbot und eingeschränktem Alkoholausschank sowie den Zugangsmöglichkeiten und Ansprechpartnern hinsichtlich Vermietung und Veranstaltungen bleibe die Dorfjugend Wittelshofen zuständig. Den vier vorliegenden Bauanträgen wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt und werden zur endgültigen Genehmigung an das zuständige Landratsamt weitergeleitet. Die einzelnen Gesuche beinhalteten die Umnutzung eines Stalls zu einer Garage mit Dacherneuerung, Der Errichtung einer Terrassenüberdachung, dem Umbau eines Wohnhauses mit Anbau eines Treppenhauses und der Errichtung es Carports sowie einem Wohnhausneubau. Die Behandlung einer Bauvoranfrage zur Errichtung eines Wohnhauses ergab eine längere Aussprache. Der Rathauschef erläuterte, das vorgesehene Baugrundstück liege laut Flächennutzungsplan im Außenbereich und eine Bebauung wäre nicht vorgesehen. Überdies sei keine Erschließung mit Zuwegung, Wasser und Kanal vorhanden und die Gemeinde habe keine Verpflichtung diese Einrichtungen herzustellen. Nach Abwägung der vorgebrachten Einwendungen signalisierte das Ratsgremium eine positive Entscheidung unter Vorbehalt. Festgehalten wurde, dass die Erschließung einer vertraglichen Regelung unterliege und der Bauwerber alle durch diese Maßnahmen entstehenden Kosten zu tragen habe. Das Gesuch wird mit diesen Anmerkungen an die vorgesetzte Baubehörde zur endgültigen Entscheidung weitergeleitet. Der vorliegende Antrag des Obst- und Gartenbauvereins eine Gebührenermäßigung für die Turnhallennutzung zu gewähren wurde mit neun Ja- zu vier Neinstimmenabgehanddelt. Demnach wird die bestehende Gebühr in Höhe von 200 Euro um 25 Prozent reduziert. Der Beschluss wurde dahingehend erweitert, dass künftig alle Ortsvereine bei Nutzung der Turnhalle nur noch 150 Euro zahlen müssen. Der Bürgermeister informierte zur Kanalbefahrung, Zustandsbewertung als auch der Vergabe des Auftrags in Höhe von rund 6000 Euro hinsichtlich des Dükers an der Sulzach. Bei der Umsetzung des Vorhabens wurden zwei Kanäle gefunden. Davon konnte eine Leitung frei gespült werden und die zweite ist mit Sand zugeschwemmt und undurchlässig. Auch ein mit etwa 150 cm Erde überdeckter Schacht dessen Zweck nicht bekannt ist, wurde gefunden. Die verstopfte Rohrleitung wird frei geräumt und die Zweckdienlichkeit des Schachtes wird eruiert. Der nachträglichen Vergabe der Arbeiten stimmte der Gemeinderat zu. Dem Antrag zur Namensfindung für den geplanten Dorfplatz schloss sich die Ratsrunde an. Zu gegebener Zeit soll ein Wettbewerb im amtlichen Mitteilungsblatt ausgeschrieben werden. Der Antrag zur Veranstaltung eines weiteren Musikfestival unter der Überschrift „World Blasmusik Days“ auf dem Summer-Breeze-Gelände wurde für das Jahr 2019 abgelehnt. Die Bevölkerung insbesondere von Illenschwang müsse auch in den kommenden Jahren in einen Entscheidungsprozess eingebunden werden, hieß es dazu ergänzend. Am Sitzungsende wurden die Wahlvorstände anlässlich der stattfindenden Europawahl für die vier Wahllokale benannt.

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Johannes Schachner aus Grüb wurde als Feldgeschorener vereidigt