WITTELSHOFEN (zr) – Die Photovoltaik-Freiflächenanlage bei Wörnitzhofen, Gemeinde Weiltingen, war Ziel eines Ortstermins des Wittelshofener Kommunalgremiums vor der jüngsten Sitzung in der Turnhalle. Das Angebot des dortigen Investors zu einer Führung wurde im Hinblick auf zwei Anfragen aus der eigenen Gemeinde gern angenommen. Der Gemeinderat Wittelshofen hatte bereits vor längerer Zeit einen Kriterienkatalog erarbeitet, der bei einem Vorhaben in Untermichelbach nicht eingehalten worden sei. Aber sowohl dort als auch im Gemeindeteil Illenschwang sei in absehbarer Zeit mit konkreten Anfragen zu rechnen, wie Bürgermeister Werner Leibrich erläuterte. Die in Betracht kommenden Flächen seien jeweils im Privatbesitz und könnten über eine Fachfirma zu einem Solarpark wie in Wörnitzhofen gestaltet werden. Dieser sei 2018 nach einer Bauzeit von nur zehn Wochen mit einer Leistung von 8,6 Megawatt Peak fertiggestellt worden. Die gewonnene Energie versorge durchschnittlich 2700 Haushalte mit vier Personen und spare 3300 Tonnen CO-2 im Vergleich zu Energie mit fossilen Brennstoffen ein. Inklusive der gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichsflächen umfasse das Areal knapp 19 Hektar. Über 30 000 Module seine in aufgeständerter Bauweise aufgestellt worden. Aus den Reihen des Gemeinderats wurde nach Standortanforderungen, Modulhöhe, Zauneingrenzung, Zufahrtsmöglichkeiten, Stromspeicher und Entfernung zur Siedlung gefragt. Ob die Ausrichtung der Fläche unbedingt nach Süden hin erfolgen müsse, wurde vom Fachmann verneint. Mit den Modulen habe es bislang keine Probleme gegeben, allerdings lasse ihr Wirkungsgrad im Lauf der Zeit etwas nach. Für eine professionelle Reinigung wäre der Aufwand zu groß, hieß es. Die ganze Anlage sei natürlich versichert, vor allem auch gegen Hagelschaden.  Als ökologische Maßnahmen wurden auf der Fläche des Solarparks Wildbienenquartiere, Vogelhäuser und Wildblumenstreifen mit regionalem und kräuterreichem Saatgut als Nahrungsquelle für Insekten angelegt, wurde informiert. Die Mahd erfolge mit einer insektenschonenden Doppelmesserbalkentechnik zu einem späten Zeitpunkt, um Bodenbrüter zu schützen.

Bei einer angedachten Bürgerbeteiligung seien rund vier Prozent Ertrag zu erzielen. Damit sei man derzeit den Banken klar überlegen. In der sich anschließenden Sitzung selbst wurde die Thematik nicht weiter vertieft.

Rathauschef Leibrich informierte das Gremium über das Deckenbauprogramm des Landkreises Ansbach. Die Kreisstraße AN 41 durch Untermichelbach soll 2022 nach dem vorherigen Abfräsen mit einer neuen Decke asphaltiert werden. Zunächst sei aber die Kanalsanierung wichtig, um danach die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt beginnen zu können.

Leibrich berichtete von Überlegungen, die beiden Wasserversorgungs-Zweckverbände Hesselberg-Gruppe und Rastberg-Gruppe von einem gemeinsamen Geschäftsführer leiten zu lassen. Da dessen Aufgaben unklar seien und beide Zweckverbände bisher selbstständig handelten, erteilte Leibrich diesen Gedanken eine Absage. Zweiter Bürgermeister Günther Harich schloss sich an, da „keine genaue Festlegung“ vorliege. Das Aufgabengebiet müsste die kaufmännische und die technische Seite beinhalten. Wittelshofen sei seit 1953 Mitglied des Zweckverbands und es habe „nie ein Gespräch bezüglich eines Zusammenschlusses“ gegeben, schloss Leibrich.

 

Wittelshofen (zr) –  Zahlreiche Bauanträge bestimmten den öffentlichen Teil der jüngsten Gemeinderatssitzung in der Wittelshofener Turnhalle. Wie auch bei der Beratung über den Ausbau des Postweges waren die Ratsmitglieder bereits eine Woche vorher in einer Videokonferenz mit der jeweiligen Sachlage vertraut gemacht worden. Im Postweg musste eine Wasserleitung neu verlegt werden. Eine neue Asphaltierung sei unumgänglich und sei laut Kostenanagebot mit rund 12 100 Euro veranschlagt. Der Vorschlag von Bürgermeister Werner Leibrich, die Kosten hälftig auf die Gemeinde und den Zweckverband Wasserversorgung Hesselberg-Gruppe umzulegen, fand ungeteilte Zustimmung. Stefan Ziegelmeier wies darauf hin, dass bei dieser Gelegenheit auch die in teilweise schlechtem Zustand befindlichen Randsteine ausgebessert werden sollten.

Im Bauhof Wittelshofen müssen sanitäre Einrichtungen eingebaut werden. Für die Installation einer Dusche und eines WC liege ein Kostenangebot über 7063 Euro vor, informierte der Rathauschef. Gemeindevorarbeiter Heinz Kümpflein habe bereits mit den Arbeiten begonnen und man erwarte eine „zeitnahe Umsetzung“, so Leibrich. Der Anbau einer Dachgaube, einer Gaube mit Balkon, eines Windfangs und einer Balkonerweiterung an ein bestehendes Wohnhaus in der Schulstraße wurde ebenso gebilligt wie die Sanierung eines bestehenden Dachgeschosses mit Errichtung von zwei Gauben in Illenschwang. Das gemeindliche Einvernehmen wurde auch dem Antrag auf Errichtung eines Güllebehälters erteilt. Dieser entstehe westlich von Wittelshofen im Außenbereich. Für den Bau einer Dachgaube auf der „Alten Säge“ an der Wörnitzmühle sei eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis erforderlich. Diese soll dem Vernehmen nach zeitnah erteilt werden, hieß es. Der Neubau eines Wohnhauses mit Garage in Untermichelbach befinde sich zwar im Außenbereich, könne aber als Ortsabrundung gelten, wurde informiert. Das eingeschossige Holzhaus entstehe am östlichen Ortseingang. In Illenschwang wurde der Umbau eines bestehenden Heuspeichers zum Wohnhaus beantragt. Dabei erfolge ein Teilabbruch der Scheune, so dass eine Umnutzung zur Garage und zu einem Technikraum möglich werde.

Beim Antrag auf Vorbescheid für den Bau eines Einfamilienhauses in Illenschwang wurde die Möglichkeit des Anschlusses an den bestehenden Kanal angesprochen. Das Verlegen der Wasserleitung müsse hingegen über das eigene Grundstück erfolgen. Der angrenzende Feldweg könne benutzt werden, müsse allerdings öffentlich erhalten bleiben, so der Tenor.

Die Prüfung der örtlichen Jahresrechnung 2019 trug dritter Bürgermeister Bernd Großmann als Sprecher des Ausschusses vor. Alle notwendigen Beschlüsse seien erfolgt und es gebe keine Einwände. Somit konnte die Jahresrechnung 2019 festgestellt werden. Der Überschuss im Verwaltungshaushalt betrage 337 452 Euro, der Sollüberschuss im Vermögenshaushalt 2 900 180 Euro. Die Rückstände wurden mit 54 899 Euro beziffert. Alle über- und außerplanmäßigen Ausgaben wurden vom Rat genehmigt. Der Bürgermeister und das beteiligte Verwaltungspersonal erhielten einstimmige Entlastung.

Eingangs hatte Ratsmitglied Friedrich Oechslein Wert angeregt, die Planungen für den Bau eines Dorfgemeinschaftshauses nochmals zu überdenken, zumal im Ort eine Gastwirtschaft vorhanden sei. Bürgermeister Leibrich verwies darauf, dass es zwar eine Förderzusage des Amtes für ländliche Entwicklung (ALE) gebe, aber noch kein Beschluss gefasst sei.

Der Postweg muss nach dem Verlegen einer Wasserleitung neu asphaltiert werden. Laut Bürgermeister Leibrich teilen sich Wasser-Zweckverband und Gemeinde die Kosten.

Im Bauhof beginnen die Arbeiten für die vorgesehenen sanitären Einrichtungen, v. l. Vorarbeiter Heinz Kümpflein und Bürgermeister Werner Leibrich)