WITTELSHOFEN (wo) – Die geplante Freiflächenphotovoltaik-Anlage „Solarpark Untermichelbach“ prägte die Gemeinderatssitzung. Bürgermeister Werner Leibrich begrüßte hierzu zwei Mitarbeiter des beauftragten Planungsbüros sowie den ortsansässigen Antragsteller und zehn Zuhörer. Die etwa 6,3 Hektar große Stromgewinnungsanlage soll nördlich des Ortsteil Untermichelbach errichtet werden. Mit einer Nennleistung von 6300 Kilowatt-Peak (kwp) sollen 6820 Kilowattstunden (kwh) erzeugt und jährlich 4000 t Kohlenstoffdioxid eingespart werden. Das Areal für die geplante Anlage ist nach dem EEG-Gesetz vergütungsfähig, da es in einem landwirtschaftlich benachteiligten Gebiet liegt. Eine Minderung des Landschaftsbildes sei nicht gegeben, da sich in unmittelbarer Nachbarschaft bereits Biogasanlagen und Maschinenhallen befinden. Auch werde das vorgesehene Gelände von einer Stromleitung tangiert. Ebenso in Abrede gestellt wurden eventuelle entstehende Beeinträchtigungen bei Erweiterungen oder Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Betriebe oder benachbarter landwirtschaftlichen Nutzflächen. Nach diesen Aussagen zur Anlage erläuterte Landschaftsplaner Max Wehner das als Sondergebiet auszuweisende Areal. Daraus war zu erfahren, dass bei der Installierung der Module keine Betonfundamente eingebracht werden, die Modulhöhe 3,50 m betrage, zur Eingrünung mittelgroße Bäume und Heckengewächse mit einer Wuchshöhe von bis zu fünf Metern eingepflanzt und darüber hinaus eine Einzäunung vorgenommen und keine Aufschüttungen vorgenommen werden. Für das Niederschlagswasser werde die Versickerung vorgezogen und feste Bauten dürfen maximal nur eine Grundfläche von 80 Quadratmeter haben. Ebenso würden Rückbauverpflichtungen in das endgültige Regelwerk aufgenommen. Angeführt wurde auch, dass die Energienutzung aus PV-Anlagen im Vergleich zu Biogasanlagen eine höhere Nachhaltigkeit ausweisen. In der anschließenden Ausspracherunde wurden der Artenschutz, die Strahlenbelastung, die Blendwirkung der Module, Brandschutz und der Standort der Übergabestation zur Einspeisung des Stroms in das Leitungsnetz hinterfragt. Der Fragenkatalog wurde Schritt für Schritt abgearbeitet. Für das vermutete Vorkommen der Feldlerche würden Ausgleichsflächen in unmittelbarer Nähe zur PV-Anlage ausgewiesen. Bei allen bisher errichteten wurde keine Strahlenbelastung festgestellt, es werde nur eine minimale Blendwirkung geben, über den Brandschutz entscheide die vorgesetzte Baubehörde und der Einspeisestandort werde vom Energieversorger festgelegt. Überdies möchte das Ratsgremium die Einwohnerschaft der Ortsteile Dühren und Untermichelbach in die Planungen einbeziehen. Wegen der vorherrschenden Coronakrise werden entsprechende Informationsmöglichkeiten eruiert, da Bürgerversammlungen zurzeit nicht möglich seien. Gemeinderat Friedrich Oechslein hinterfragte die Bereitstellung von wertvollem Ackerland für solche Anlage. Man sollte zuerst andere geeignete Flächen zur Verfügung stellen beziehungsweise umnutzen. Er werde deshalb seine Zustimmung verweigern. Abschließend traf man die Feststellung, wegen noch nicht abgeschlossener Meinungsbildung eine Beschlussfassung zu vertagen.


Rechts neben der Ortsverbindungsstraße soll der Solarpark entstehen.
Im Hintergrund (rechts) der Hesselberg.
Nach Aussage der Planer wird die Anlage vom Hesselberg aus, nur in geringem Ausmaß einsehbar sein.

 

WITTELSHOFEN (wo) – Die Gemeinde Wittelshofen wird sich an der Entwicklungsstrategie „Förderung von Projekten zur Stärkung regionaler Identität im Freistaat Bayern“ beteiligen. Dabei soll die Attraktivität der Initiative „Fränkische Moststraße“ mit seinen Einrichtungen wie Moststationen und Streuobstwiesen gesteigert werden. Die Umsetzung soll durch die Mitgliedsgemeinde, die beteiligten Landkreise sowie durch Fördergelder des Freistaates finanziert werden. Die anteiligen Kosten bis zum Jahr 2022 betragen für Wittelshofen 1650 Euro. Bürgermeister Werner Leibrich stellte dann die geplanten Kanal-, Wasserleitungs-, Straßen- und Gehwegbaumaßnahmen sowie die Gestaltung gemeindlicher Freiflächen im Ortsbereich im Rahmen der Dorferneuerung Illenschwang 3 vor. Außerdem behandelte die Ratsrunde die Dorferneuerungsmaßnahmen Wittelshofen des Dorfgemeinschaftshauses und Lagerhalle. Nach Gesprächen mit den Vertretern der Teilnehmergemeinschaft werde man keine neue Halle zur Unterbringung von Vereinsgeräten errichten, sondern leerstehende Bausubstanz umnutzen. Die in Erwägung gezogenen Möglichkeiten, das geplante Dorfgemeinschaftshaus in bestehenden ungenutzten Gebäulichkeiten unterzubringen, waren bisher nicht erfolgreich. Nunmehr erwäge man einen Anbau an das Feuerwehrgerätehaus. Diese Absicht führte zu einer längeren Debatte. In den Redebeiträgen wurden Fragen zur Anmietung, zu den Nutzern, zu Mietbeträgen, zur Bewirtschaftung und zum Unterhalt aufgeworfen. Schließlich einigte man sich darauf, zunächst einen Planentwurf erstellen zu lassen. Abgesegnet wurde der Kauf von Feuerwehrbedarf für alle Ortsfeuerwehren wie Schläuche und Sicherheitsausrüstung im Wert von 5000 Euro.  Zugestimmt wurde auch dem Angebot über 2300 Euro zur Behebung von Regenwasserschäden am Schulgebäude.