Tagebuch 2003

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05.03.2003    
Er ist wieder da, könnte man singen. Denn am Mittwoch den 05.03.2003 ( 2002 erst am 18.04.2002) ist er zum erstenmal gesichtet worden. Der Wittelshofener Storch.

Ist es ER oder ist es SIE, die im letzten Jahr auf dem alten Kamin der ehemaligen Molkerei so pflichtbewusst ihre Jungen großzogen. Oder ist ein Unbekannter der sich auf das sehr vom Sturm zerschundene Nest Quartier bezog. Viel Zeit wird das Storchenpaar verbringen müssen, um das Nest wieder so herzurichten, dass es nicht beim nächsten Sturm abstürzt. Schade…

11.03.2003    
„Sie“ ist heute angekommen. Ohne Komplikationen wurde sie von dem bereits wartenden Storchenmann begrüßt und Willkommen geheißen.
Im Gegensatz zum letzten Storchenpaar sind diese klein und vermutlich vom Alter her noch sehr jung.

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30.03.2003    
Es sieht so aus, als ob seit etwa der 12. Kw gebrütet wird. Über 4 Wochen früher als im letzten Jahr. Somit hätten die Jungen mehr Zeit um sich auf den großen Flug vorbereiten zu können.
21.04.2003    
Seit Tagen wird das Nest immer wieder von harten Attacken eines einzelnen Storches in der Brutphase gestört. Beide Altvögel wehren sich vehement gegen den Störenfried.

07.05.2003    
Tragödie!    
Schreckliches ist passiert.
Der Störenfried, der das Nest immer wieder attackierte, hat heute in den Mittagstunden ein Küken aus dem Nest geworfen und dabei getötet. Die von mir beobachtete Attacke wurde schnell und gradlinig ausgeführt. Der Angreifer flog direkt auf das Nest zu, der weibliche Altstorch wurde dadurch vermutlich überrascht und musste durch den Angriff kurzfristig das Nest verlassen. In der kurzen Zeit warf der Angreifer das Küken kurzerhand aus dem Nest. Der weibliche Altstorch kehrte zum Nest zurück und vertrieb ihn anschließend. Die Zeitdauer der Attacke wurde in Sekundenschnelle ausgeführt.
Bei all den vorherigen Attacken konnte der weibliche Altvogel reagieren und der männliche Altvogel schnellstens zur Hilfe eilen.

Nach Beobachtungen und Anmerkungen der Anwohner der alten Molkerei, könnte es sich bei den Attacken um den Altvogel vom letzten Jahr gehandelt haben der zu spät das alte Nest besetzen wollte und dabei die heftigen Kämpfe anzettelte und das Junge aus dem Nest warf.

Das tote Junge wurde von Anwohner der alten Molkerei sichergestellt und später mit Absprache Herrn Thomas Ziegler (Feuchtwangen) von mir begraben.

Zur Zeit verlassen beide Altvögel das Nest zur Futteraufnahme. Dieses Verhalten zeigt, dass sich möglicherweise kein weiteres Küken oder Gelege im Nest befindet.

Nach Aussage Thomas Ziegler kann es möglich sein, dass, wenn auch in den seltenen Fällen, das Brutgeschäft nochmals aufgenommen werden kann.
Dieses können die Storchenfreunde nur hoffen.

14.05.2003    
Unsere Altstörche gehen auf Futtersuche und haben leider keinen den sie das Futter anbieten könnten.
Beobachtungen zeigten, dass der weibliche Altvogel sich desöfteren wieder auf das Nest niederlegte. Auch Begattungen wurden beobachtet. Ob es nun zu einer erneuten Eiablage kommen und ob überhaupt ein neues Küken schlüpfen wird ist fraglich aber nicht unwahrscheinlich. Die nächsten Tagen und Wochen werden es zeigen.
Bei der Futtersuche.

09.06.2003    
Leider haben sich die Hoffnungen auf eine erneute Brut nicht bestätigt.
Die beiden Altstörche verbringen die meiste Zeit bei der Futtersuche oder stehen auf ihrem Nest. Helle Aufregung wenn ab und zu ein fremder Storch das Nest überfliegt, die sich aber schnell wieder legt und in Lethargie übergeht.
Bei der Futtersuche in der Nähe ihres Nestes.

 

09.09. 2003
Ende des Tagebuches 2003
Seit dem 05. Februar weilte das Wittelshofener Storchenpaar 2003 auf dem Kamin der alten Molkerei.
Der Versuch ein Storchenjunges aufzuziehen schlug leider durch einen dramatischen Zwischenfall fehl.
Mit dem heutigen Tag wird das Storchentagebuch 2003 geschlossen mit der Hoffnung, dass es ein weiteres Tagebuch für das nächste Jahr 2004 geben wird.
Wir wünschen dem Wittelshofener Storchenpaar viel Glück beim Flug in ihr Winterquartier und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen mit ihnen oder einem anderen Paar. Weiter hoffen wir, dass es im nächsten Jahr wieder mit Nachwuchs zu rechnen ist.