Tagebuch 2004

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09.03.2004
Um 13:30 Uhr rief mich Frau Taggard an, ihr Anwesen liegt in direkter Nachbarschaft des Rathauses, und berichtete hocherfreut: “Der Storch ist da”. Das war die schönste Nachricht des Tages.
Ganze 4 Tage später als im vorigen Jahr. Nun können wir nur hoffen, dass er sich in Wittelshofen wohlfühlt und, das ist mit das Wichtigste, ein Partner sich schnellstens einfindet. Leider gibt es noch kein Foto des Ankömmlings, da er sich fast den ganzen Nachmittag außerhalb des Nestes befand. Futtersuche wird wohl der Grund gewesen sein. Interessant ist nun, wer ist er und wo kommt er her. Diese Frage kann uns nur Thomas Ziegler beantworten.

10.03.2004
Die ersten Bilder des stolzen (?) Nestbesitzers.
Die derzeitige Hauptbeschäftigung ist Ausruhen von der langen Reise, Federpflege und auf den Partner warten.

 

19.03.2004
Leider ist der vermeintliche Wittelshofener Storch seit Tagen nicht mehr gesichtet worden.
Heute berichtete die FLZ, dass die Weiltinger Gemeinde seit einigen Tagen einen zweiten Storch begrüßen konnte. Vermutlich war der Wittelshofener (?) Storch auf dem Kamin zu einsam und machte sich auf die Suche nach einem Partner und das mit Erfolg.
Wir wünschen dem Weiltinger Storchenpaar eine schöne Zeit und einen gesunden Nachwuchs.
Die Wittelshofener müssen nun weiter auf ihren Storch warten.

02.04.2004
Das Wittelshöfer Storchenpaar ist angekommen!

Heute landete ein kräftiger Storch auf dem Kamin der alten Molkerei.
War es ein Zwischenstopp eines müden Adebar oder war es endlich der richtige Nestbesitzer.

04.04.2004
Am heutigen Sonntag kam der ersehnte Partner und wurde mit  lautem Geklapper auf dem Kamin begrüßt.
Jetzt können wir nur hoffen, dass ihnen das Nest auf dem Kamin gefällt.

05.04.2004
Der böige Wind und der Regen macht den beiden sehr zu schaffen.
Jetzt heißt es Warten auf besseres Wetter und die Hoffnung auf den ersehnten Nachwuchs.

 

10.04.2004
Das Osterwetter ist heute sehr freundlich mit unserem Storchenpaar. Der Wind ist zwar immer noch sehr frisch aber es regnet wenigstens nicht mehr.
Unsere Storchendame lag um die Mittagszeit auf ihrem Nest. Mit  lautem Geklapper empfing sie ihren Storchenmann der ihr das Mittagsmahl auf den Boden des Nestes zum verzehren ablegte.
Welche Nahrung wird er ihr wohl mitgebracht haben. Möglich wäre:
– Kleine und größere Insekten, Regenwürmer, Mäuse, Frösche, Eidechsen
– Kleine Beute wie Raupen, Käfer und Würmer
Leider haben wir keine Möglichkeit z.B. mit einer Webcam in das Nest hineinzuschauen und so bleibt uns dies verborgen.

Danach paarten sie sich und machten sich anschließend an den Ausbau des Nestes um die abstehenden Äste in die richtige Richtung zu legen.
Wie geht es nun nach der Paarung weiter.
Nach der Paarung legt das Weibchen mit je zwei Tagen Abstand gewöhnlich drei bis fünf Eier. Die Brutdauer beträgt 33 bis 35 Tage, wobei sich die Partner in meistens mehrstündigen Abständen beim Brüten abwechseln. Nachts liegt gewöhnlich das Weibchen auf den Eiern.
Bis es zur hoffentlichen Schlüpfung der Jungen kommt, wird es noch bis in den Mai dauern. Bis dahin werden wir unser Storchenpaar weiter beobachten und über die eine oder andere Episode mit Bilder berichten.

Bilder der Mahlzeiteinnahme und der Paarung können hier eingesehen werden.

Paarung

17.04.04
Das Wittelshöfer Storchenpaar brütet bei schönem Wetter bisher ungestört und ohne Stress.
Wenn der eine Partner auf Futtersuche ist, brütet der andere Storch ruhig seine hoffentlich vielen Eier aus. Hoffen wir weiter, dass das Gelege keinen Schaden nimmt und dass das Storchenpaar weiterhin in Ruhe auf dem Nest des Rathauses verbleiben kann.
Nun heißt es abwarten auf die nächsten Wochen bis endlich die erhofften Jungen über den Nestrand schauen werden.

17.05.04
“Alles im Lot”, so könnte man singen. Alles in Ordnung beim Wittelshofener Storchenpaar. Beide Altstörche wechseln sich im Bebrüten des Geleges ab. Ob es schon Nachwuchs gibt, kann zur Zeit noch nicht bestimmend beurteilt werden, da der Einblick in das Nest es nicht zulässt. Möglicherweise, wenn meine Rechnung stimmt,  könnte in dieser Woche das oder die Küken das Licht der Welt erblicken. Schaun mer mal :-))
Unruhe ist zum Glück nicht beobachtet worden. Alles verläuft sehr friedlich.
Leider ist das Gelege des Dinkelsbühler Storchenpaares durch einen Fremdstorch zerstört worden. Es ist sehr schade.

21.05.04
Nach den letzen Beobachtungen kann davon ausgegangen werden, dass Nachwuchs im Wittelshöfer Storchennest vorhanden ist.
Einer der Altvögel bringt Futter und fliegt ohne weiteren Aufenthalt weiter um neues Futter zu suchen. Bisher konnte nicht festgestellt werden, ob sich die Altvögel bei der Futtersuche abwechseln.
Jetzt muss abgewartet werden, bis der erste Jungvogel über den Rand des sehr tiefen Nestes schauen kann. Erst dann können die ersten Bilder veröffentlicht werden.
Die spannende Frage, sind es mehr als 2 Jungen ? Bald werden wir es wissen.

24.05.04     
Es konnte nun eindeutig festgestellt werden , dass beide Altvögel sich bei der Futtersuche abwechseln. Das Rockkonzert haben die geflügelten Bewohner des Anwesens
Schulstraße 15 sehrgut überstanden 🙂

25.05.04     
Jetzt ist es eindeutig. Heute sah ich zum ersten Mal, dass zwei Jungstörche ihren Hals gen Vaterstorch reckten. Von der Mitte des Nestes ragten die zwei kleinen Köpfe in den Himmel und ich konnte sie sehr deutlich erkennen. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen die ersten Bilder der Jungstörche präsentieren kann.

Jetzt müssen wir hoffen, das kein Störenfried die Storchenfamilie durcheinander bringt.
29.05.04
Am 27.05. sah ich zum ersten Mal einen dritten Jungstorch, das Nesthäkchen. Es war sehr schwer auszumachen, da es von der Größe kaum über den Nestrand zu sehen war.
Nun die schlechte Nachricht.
Heute gegen 18:00 Uhr fanden Jugendliche des Jugendraumes das tote Küken. Sie benachrichtigten Frau und Herrn Dr. Förster. Ob es letztendlich ein Unfall war oder es von seinen Geschwistern aus dem Nest geworfen wurde oder von den Altstörchen weil es verstarb,  bleibt ein Geheimnis. Ich habe das Küken anschließend begraben.
Hier das Bild:

29.05.04
Nach der schlechten nun eine gute Nachricht.
Die beiden anderen Storchenküken wachsen und gedeihen sehr gut und schnell. Die Altstörche wechseln sich in der Futtersuche stetig ab und versorgen ihre Küken vortrefflich.
Heute sind mir die ersten Bilder von einem der beiden Storchenkinder gelungen.

01.06.04    
Nach langer intensiver Beobachtung kann ich nun mit bestimmter Sicherheit sagen, dass sich doch noch drei  Küken auf dem Wittelshöfer Nest befinden. Das Küken, dass am 29.05 aus dem Nest geworfen wurde, war das Jüngste. Alle drei sind sehr agil. Im Nest ist ein dichtes Gedränge um die besten Plätze im Schatten des Altvogels oder um die besten Happen die ihnen in das Nest gelegt werden. Mit ihren fast federlosen Flügel versuchen sie ihre Muskeln zu stärken indem sie ihre Flügel kräftig auf und ab bewegen. Lustig dabei zuzuschauen.
Ich hoffe in den nächsten Tagen Bilder vom Storchentrio anbieten zu können.

07.06.04    
Für die Familie Storch war es heute ein aufregender Abend.
Thomas Ziegler rückte, in Begleitung der Feuerwehr Dinkelsbühl mit ihrem Spezialfahrzeug, an und begann mit der Beringung der Wittelshöfer Storchenjungen.
Die Feuerwehr hievte den Korb mit Thomas Ziegler immer näher an den hohen Kamin der alten Molkerei heran. Als er nun immer näher und sehr bedrohlich an das Nest herankam, flog der Altstorch mit lautem Geklapper davon, zog einen Kreis und ließ sich in der Nähe nieder.
Die Beringung der Jungen nahm nun ihren Lauf. Einer nach dem anderen kam an die Reihe.
Hoffen wir, dass wir in frühestens 3 Jahren, einen der drei Wittelshöfer wieder begrüßen dürfen.
Die Ringnummern der drei Wittelshöfer Jungen lauten:

Vogelwarte Radolfzell
A 2425
A 2426
A 2428.

Laut Thomas Ziegler befinden sich die 3 Jungen in einem sehrguten Zustand.
Nach der Beringung flogen die beiden Altstörche zurück auf ihr Nest und begutachteten ihre Jungen die während der Beringung steif vor Angst in ihrem Nest verharrten.
Die wunderschönen Aufnahmen von Thomas Ziegler aus dem Nest zeigen, wie die drei Jungstörche ihrem Schicksal ergeben waren.
Vielen Dank für die schönen Aufnahmen an Thomas Ziegler und der Feuerwehr Dinkelsbühl die dies mit ermöglichten.