Tagebuch 2006 Seite 3

Home / Tagebuch 2006 Seite 3

09.06.2006
Beringung der Jungstörche

Heute um 11.00 Uhr, bei herrlichstem Wetter, wurden die Wittelshöfer Jungstörche durch Thomas Ziegler beringt. Die Freiwillige Feuerwehr Dinkelsbühl, mit Günter Rödel am Steuer, stellte wie immer, dankenswerter Weise ihr Fahrzeug zur Verfügung.

Stress war angesagt! Als wir mit dem Korb nach oben zum Nest fuhren stand die Störchin noch auf dem Nest und traute ihren Augen nicht. Da kommen doch glatt zwei Menschen direkt auf mein Nest zu. Die Angst siegte und sie flog davon und umkreiste ständig ihr Nest. Einen Wimpernschlag später kam auch ihr Gatte zur Verstärkung angeflogen um nachzusehen, was sich an seinem Nest tat. Beide flogen in kleinen oder größeren Abständen um ihr Nest.

Die Jungen lagen wie versteinert eng zusammen in ihren Nest, das sehr flach, fast wie ein überdimensionierter Teller geformt und sehr sauber ist.

Professionell und in seiner gewohnten ruhigen Art beringte Thomas Ziegler die Jungen und reinigte anschließend ihre Schnäbel vom Schmutz.

Beringt wurden die Kleinen mit dem so genannten ELSA-Ring (European Laser Signed Advanced Ring). Nähere Informationen können Sie HIER erfahren.

Die Ring-Nummern:
A5491
A5492
A5493

Beringt und gut versorgt beobachteten wir noch eine Weile die Jungen und genossen den Blick über Wittelshofen in 32 m Höhe. Leider mussten wir, um die Kleinen und ihre Eltern nicht zu sehr zu stressen, wieder in die Realität, sprich Boden, zurück.
Es ist wie jedes Jahr ein herrliches Erlebnis!

Vielen Dank an Thomas Ziegler und Freiwilligen Feuerwehr Dinkelsbühl mit Günter Rödel.

Hier die Bilder der Beringung:

19.06.2006
Zuerst nur Regen und jetzt Hitze pur! Das hält ja der stärkste Storch nicht aus!
Die Jungen versuchen Schutz vor den Sonnstrahlen bei den Altvögel zu finden um sich etwas Kühlung zu verschaffen.

Die Jungvögel werden jetzt immer öfter und für kurze Zeit alleine gelassen. So gesehen auch am Samstag, als der Altvogel den Horst verließ, um anschließend in der Nähe der Pfarrkirche St. Martin seine Kreise zu ziehen. Kurze Zeit später kehrte der Altvogel wieder zum Horst zurück und einpaar Flügelschläge später landete auch der zweite Altvogel mit Futter auf dem Horst. Für mich sah es aus menschlicher Sicht so aus, als ob der erste Altvogel seinen Partner suchen würde, was auch wahrscheinlich sein kann, um ihn aufmerksam zu machen, dass seine Kinder Hunger hätten und er gefälligst nach Hause kommen solle. Als er auf dem Nest landete begrüßten sie sich, als wenn sie sich tagelang nicht gesehen hätten. Vielleicht hatte er ja auch ein schlechtes Gewissen.
Nach der Futterabgabe machte sich die oder der Suchende dann auf den Weg um nach weiterem Futter zu suchen.
Die Eltern haben in dieser Zeit viel zu tun, um die immer hungrigen Schnäbel zu füttern.

Heute sollen Regenfälle mit Gewitter und Sturm über unsere Region ziehen. Wollen wir hoffen, dass es nicht so arg werden wird wie im letzten Jahr. Wollen wir weiter hoffen, dass in diesem Jahr die Jungen verschont bleiben von Unwetter und die daraus resultierenden Unfälle.

21.06.2006
Jetzt war er da, der Sturm, der Regen, das Unwetter. Am Montag zog ein  Unwetter über Wittelshofen. Zum Glück ist alles noch einmal glimpflich vorübergegangen.

Das Nest ist zwar etwas ramponiert, aber es ist reparabel. Die Jungen, die alleine auf dem Nest waren, machten sich gleich an das Reparieren ihrer Unterkunft und schauten auf das Chaos. Sie wussten nicht wie ihnen geschah als der Regen und der Hagel auf sie niederprasselte. Nachdem das Unwetter vorbeizog, sah ich gespannt auf das Nest und konnte in den ersten Minuten keines der Jungen ausmachen. Ich suchte gleich die Umgebung ab, zum Glück erfolglos denn die Jungen lagen so dicht auf dem Nestboden gepresst, dass ich sie nicht sehen konnte. Nach und nach kamen sie zum Vorschein. Erleichtert sah ich den Jungen, die übrigens jetzt öfters alleine gelassen werden, noch etwas beim Säubern ihres Gefieders und des Nestes zu.

Ich hoffe, dass die Wittelshöfer Störche dieses Jahr von größeren Unwetter-schäden, die, wie in den letzten Jahren zu Verletzungen führten, verschont bleiben.
 

Bilder vor und nach dem Sturm.

03.07.2006
Immer häufiger probieren die Jungstörche ihre akrobatischen Flugübungen um ihre Flugmuskeln und das Gleichgewicht im Wind zu stärken. Sie vollführen die reinste Flugschau, das es dem Beobachter oft Angst und Bange wird.
Beide Elternteile halten sich am Tage immer weniger auf dem Nest auf. Sie sind so sehr mit der Futtersuche beschäftigt, dass sie keine Zeit mehr haben um sich auf dem Nest auszuruhen.
Den Jungen ist es, nach menschlicher Sicht,  sehr langweilig. Sie begnügen sich damit, den Luftraum oder den Beobachter am Boden genaustens zu beobachten, Moos vom Nestboden aufzuheben um dann den Geschwistern es zu zeigen, was diese wiederum veranlasst, es ebenfalls haben zu wollen. Dann beginnen wiederum die Flugübungen, das Gefieder wird anschließend gründlich gepflegt, um sich danach wieder ausgiebig auszuruhen.

Bei Familie Storch läuft bis jetzt alles nach Plan. Das Wetter spielt auch mit und die Jungen gedeihen prächtig. Drücken wir die Daumen, dass es so bleiben wird.

Die neusten Bilder:

10.07.2006
Wann wollen sie endlich fliegen?

Diese Frage stelle ich mir seit einer Woche. Wollen die Altvögel noch nicht loslassen? Sie versorgen die Jungen so hervorragend, dass die Jungen keine Veranlassung haben, das Nest zu verlassen um selbst nach Nahrung zu suchen. Aber, die Alten werden schon wissen was sie tun.
Flugübungen, stehen neben Nahrung, ganz oben auf dem Lebenszettel der Jungstörche. Die Übungen können nur abwechselnd getätigt werden, da das Nest langsam zu klein wird. Die Alten verbringen ihre Frei-, und Ruhezeit außerhalb des Nestes auf den nahe liegenden Dächern.
Wie sich die Bilder gleichen. Die diesjährigen Altstörche verwenden die gleichen Ruhestätten und Futterplätze wie im letzten Jahr die Nestbewohner. Ist es das gleiche Storchenpaar wie im letzten Jahr, oder ist es nur reiner Zufall?
Leider kann es nicht nachgewiesen werden, da die Altvögel nicht beringt sind, wie alle anderen in den letzten Jahren. Ich bin der Meinung, sie sind es!

Jetzt warten wir auf den ersten Ausflug der Jungstörche.

Die neuesten Bilder: