Tagebuch 2014 Seite 6

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22.Oktober

Verletzter Storch in Wittelshofen – auf der Wiese Richtung Römerpark – Badeweiher.

Das verletze rechte Bein hängt herunter und ist vermutlich schon abgestorben (siehe schwarze Farbe).
Um welchen Storch es sich handelt kann noch nicht festgestellt werden.
Zweiter Storch hält sich unmittelbar in der Nähe des Verletzten auf. Beide sind unberingt.
Wittelshöfer Storch kann es nicht sein, denn einer davon ist beringt. Oder doch.
Es konnte nie richtig festgestellt werden wer zusammengehört.

Wie ist das passiert? Wer kann evtl. Angaben darüber machen?

23. Oktober

Neues vom verletzten Storch.
Auch in der Nacht am selben Platz.
Zweiter Storch auf dem Horst.

 

Heute früh zweiter Storch wieder in der Nähe zu sehen.
Der verletzte Storch hat seinen Platz nicht verlassen. Keine Bewegung ersichtbar.
Heute Nachmittag wird weiteres entschieden.

Dank an Fritz Gröninger der mich auf den verletzten Storch aufmerksam machte.

Thomas Ziegler (Storchenexperte aus Feuchtwangen) beobachtete heute den verletzten Storch. Er konnte ebenfalls keine Bewegung des Storches auf der Wiese erkennen.
Leider kann man nichts machen. Wenn man ihn zum Fliegen animiert, was dann?
Es ist eine verflixte Situation.

Vermutlich handelt es sich doch um den zweiten Wittelshöfer Altstorch. Am Tage weilt der zweite Altstorch beim verletzten Partner(?)
Beide Gerolfinger Altstörche sind anwesend.

Wir werden weiter beobachten. Mehr können wir nicht tun.

27.Oktober

Verletzter Storch in Wittelshofen

Neues vom verletzten Storch.
Ein Storchenfreund näherte sich zum Test dem  Storch und dieser ergab, dass unser Altstorch, sobald er gestört wird, seinen Platz verlässt und wegfliegt. In diesem Fall etwa 500m.
Gestern wurde er wieder auf der Wiese in der Nähe des Storchenbiotopes gesichtet.
Also fast auf dem gleichen Platz wie vorher. Der zweite Storch ist am Tag immer in seiner Nähe.
Fazit. Wir können nur abwarten und zusehen was passiert. Mehr können wir leider nicht tun. Es gibt einige Störche die mit nur einem Bein ihr Leben meistern.

08.November

Neues vom verletzten Storch.

Der verletzte Storch ist erstmals wieder auf seinem Horst gelandet.
Vor drei Tagen war er noch mit anderen Störchen auf der bekannten Wiese und heute das erste Mal wieder auf seinem Nest! Dies ist sehr erfreulich.
Jetzt können wir davon ausgehen, dass er Nahrung aufgenommen hat und auch in der Lage ist den weiten Weg hoch zum Nest anzufliegen.
Hundertprozentig fit ist er trotzdem nicht. Dies kann man an seiner Haltung und an seiner aufgeplusterten Haltung sehen.
Auf den Fotos ist der verletzte Storch auf der linken Seite zu sehen.
Mit Hilfe unseres Storchenfreundes Fritz Gröninger können wir die eindeutige Aussage machen, dass es unser verletzter Storch ist.

19.November

Verletzter Storch von seinen Qualen befreit.

Der verletzte Wittelshöfer Storch wurde heute von Dr. Heinzler (Tierarzt Frankenhofen) von seinen enormen Qualen befreit.
Unser Storchenfreund Fritz Gröninger fand, während einer Wanderung, den Storch in Richtung Wörnitzhofen fast regungslos auf der Wiese liegen.
Thomas Ziegler und ich wurden verständigt und beschlossen den Altstorch von seinen Leiden zu erlösen.
Nach eingehender Untersuchung erlöste Dr. Heinzler unseren Storch von seinen Qualen.
Vielen Dank an Dr. Heinzler.
An den letzten beiden Fotos kann man nur erahnen, wieviel Schmerzen der Storch erleiden musste.

Mit dieser deprimierten Nachricht schließe ich das Storchentagebuch 2014.

Meinen Dank gilt allen Storchenfreunden/innen die uns immer die neuesten Informationen rund um unsere Störche zubrachten.
Das Storchenjahr 2014 brachte uns viel Freude. Vier Jungstörche konnten das Nest verlassen und alles war gut, bis die Nachricht über den verletzten Altstorches die Freude in Traurigkeit und Mitleid umschlug.

Jetzt hoffen wir, dass das nächste Storchenjahr keine Hiobsbotschaften überbringen muss.

Ihr Hansjürgen Wölfinger
Horstbetreuer

Letzte Meldung:

Wer ist der beringte Storch auf dem Wittelshöfer Storchennest?

Die Antwort von Thomas Ziegler (Feuchtwangen)

„Konnte gestern (24.11.2014) gegen 11 Uhr im Nest auf dem Kamin der ehemaligen Molkerei beide Störche stehen sehen. Ein rechts beringter Storch war ebenfalls zugegen, so dass ich die Ringnummer ablesen konnte.

Sie lautet (wie erwartet und vermutet): DER A9037

Dieser Storch wurde 2010 von mir in Trommetsheim, Kr. WUG beringt. Im Jahr 2013 brütete er erfolgreich in Dürrwangen und brachte 1 Junges zum Ausfliegen. Damals konnte ich ihn bei diversen Paarungen als Männchen identifizieren.
2014 brütete er in Haslach bei Dürrwangen mit einer beringten, erst 2-jährigen Störchin. Eier wurden wohl gelegt und bebrütet. Nach fast 6 Wochen Brut brach das Paar die Bemühungen ab. Die Eier waren wohl nicht befruchtet oder aus anderen Gründen „fehlerhaft“.

Ab der letzten Oktoberdekade hielt sich A9037 in Wittelshofen (Wörnitzwiesen) auf und übernahm nun nach Ausfall des angestammten Wittelshöfer Männchens anstandslos dessen Stelle.“

Vielen Dank an Thomas Ziegler für die sehr interessante Information. Jetzt wissen wir, wer der neue Nestherr in Wittelshofen ist und woher er kommt.