Herzlich willkommen in Wittelshofen
Weltkulturerbe, Landschaft und Artenreichtum – alles da, ohne großes Getöse.
Wittelshofen ist toll.
Das kann man ruhig so direkt sagen. Der Blick auf den Hesselberg und hinüber zum Kastell Ruffenhofen ist jedes Mal großartig – so großartig, dass man kurz stehen bleibt, obwohl man eigentlich nur schnell „mal eben“ unterwegs war.
Wittelshofen liegt dort, wo sich Sulzach und Wörnitz treffen, am Fuß des Hesselbergs. Und dieser Hesselberg ist wirklich ein eigener Charakter: ein inselartiger Zeugenberg, der seit der Jurazeit geduldig dasteht und zeigt, wie Erdgeschichte in schön aussehen kann. Gleichzeitig erzählt er Geschichten, die von sagenhaften Legenden bis zu dunklen Kapiteln reichen – auch das gehört zur Wahrheit.
Heute ist der Hesselberg ein FFH‑Gebiet, ein großer Biotopkomplex aus Kalkmagerrasen, wärmeliebenden Säumen, Gebüschen, Kalkbuchenwäldern, kleinen Quellmooren und bodensauren Magerrasen. Ein ziemlich vielfältiger Ort für etwas, das von außen aussieht wie „ein Berg halt“.
So viel Natur, Geschichte und Getier, dass man sich fragt, ob das alles Absicht ist.
Schon die Römer fanden die Gegend spektakulär und bauten am Gegenhang der Wörnitz eines ihrer größten Reiterkastelle (ja, das stimmt: Ruffenhofen war eines der bedeutenden Kastelle am Obergermanisch‑Raetischen Limes). Heute gehören Weltkulturerbe, Römerpark und Limeseum ganz selbstverständlich dazu – als wäre das hier schon immer so gewesen.
Vom Römerpark aus wacht das Kastell noch immer über Wittelshofen. Die Römer überblicken von hier aus souverän den Limes, die Flussquerung und ihre Signalstationen – Panoramablick inklusive. Heute gibt’s zur Aussicht sogar Kaffee und Kuchen aus dem Limeseumscafé.
Wo einst Bataver und helvetische Spitzenreiter patrouillierten, spaziert man heute über sanftes Grün, das die alten Mauern nachzeichnet. Wer leise ist, fängt vielleicht ein kleines Echo aus früheren Zeiten ein.
Das Limeseum sammelt und erzählt Geschichten, die man nicht einfach erfinden könnte: Helmfragmente mit Namen, Dinge aus Küche und Handwerk, Kleidung, Geld, Dokumente und sogar die (nur teilweise fiktive) Lebensgeschichte von December. Zwischen Funden, Modellen und Aha-Momenten fühlt sich antike Geschichte hier überraschend nah an. Die Antike ist in Wittelshofen kein Kapitel, das man zuschlägt – eher ein Dauergast, der am Limeseum freundlich winkt und sagt: „Wir haben vieles ausprobiert – manches gut, manches… sagen wir: ausbaufähig. Praktisch, dass wir heute daraus lernen können.“
Und dann sind da noch die Wörnitzauen. Egal ob morgens, abends, im Sommer, im Winter oder an einem dieser Tage, an denen man nicht weiß, was das Wetter eigentlich will – die Auen sind immer sehenswert. Und hörenswert sowieso.
Der Artenreichtum ist so groß, dass man irgendwann aufhört zu zählen. Ein paar Beispiele: Biber, Zwergfledermaus, Langohrfledermaus, Storch, Kuckuck, Rebhuhn, Zilpzalp, Feldschwirl, Misteldrossel, Feldlerche, Stieglitz, Rotmilan, Molch, Erdkröte, Laubfrosch, Zauneidechse, Tagpfauenauge, Schwalbenschwanz, Blaue Holzbiene, Kuckuckslichtnelke, Sumpfschwertlilie, Mädesüß, Blutweiderich … und manchmal schaut ein Seeadler vorbei, als wolle er prüfen, ob hier alles seine Ordnung hat.
Wittelshofen, ein Ort, an dem man ständig denkt: ‚Ach, DAS gibt’s hier auch noch?‘
Wer all das gern in Ruhe auf sich wirken lässt, kann sich einfach in den Biergarten direkt an der Wörnitz setzen. Von dort aus hat man wirklich alles im Blick: den Fluss, die Auen, den Hesselberg, die Vögel, die Römergeschichte – und manchmal sogar den Seeadler, der offenbar auch ein Fan guter Aussichtspunkte ist. Ein Platz, an dem man merkt, dass Natur und Geschichte keine große Bühne brauchen, um Eindruck zu machen.
Eigentlich könnte dieses Zusammenspiel aus Landschaft, Weltkulturerbe und Natur mein privater Schatz bleiben. Aber ich vertraue unseren Gästen. Ich vertraue darauf, dass sie mit diesem Schatz respektvoll umgehen. Und deshalb teile ich ihn gern.
Ihr Bürgermeister
Norbert Lenz









